Dirk Fredehorst

Buchhalter und Steuerberater: Unterschiede & Gemeinsamkeiten

Es gibt zahlreiche attraktive Berufe innerhalb einer Steuerberatung, die mit aufregenden Aufgaben und viel Verantwortung locken. Zwei davon sind der Buchhalter und der Steuerberater, auch wenn viele Menschen auf den ersten Blick den Unterschied gar nicht kennen. Einige Tätigkeitsbereiche sind in der Tat relativ ähnlich, doch im Alltag überwiegen eher die Unterschiede.

Wir stellen Ihnen in diesem Artikel vor, wie sich die Aufgaben zwischen Buchhaltung und Steuerberatung untereinander aufteilen. Am Ende steht nämlich in beiden Fällen eine bestmögliche Beratung aller Mandanten im Vordergrund.

Steuerberater studiert Unterlagen und rechnet nach

Buchhalter und Steuerberater: Die Unterschiede

Beide Berufe beschäftigen sich viel mit Finanzen und dem Steuerrecht – daher kommen wahrscheinlich die häufigen Verwechslungen. Unterschiede sind aber bereits in der Rechtslage zu finden, denn das Steuerberatungsgesetz (StBerG) macht klare Vorgaben. Buchhalter und Steuerberater sind also schon vor dem Gesetz nicht gleich.

So darf beispielsweise ein Buchhalter keinen Jahresabschluss oder eine Steuererklärung erstellen, sondern lediglich vorbereiten. Ein Steuerberater kann hingegen den ganzen Prozess erledigen, falls ein Mandant diese Aufgabe nicht selbst übernehmen möchte. Damit trägt ein Steuerberater grundsätzlich mehr Verantwortung, was eine längere Ausbildung erfordert.

Buchhalter: Aufgaben und Ausbildung im Überblick

Wie der Name bereits andeutet, geht es beim Beruf des Buchhalters im Wesentlichen um eine ordentliche Buchführung. Die Dokumentation und das Erfassen aller (vermögenswirksamen) Geschäftsvorfälle steht dabei im Vordergrund. Hierfür muss ein Buchhalter natürlich nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und dem Handelsgesetzbuch (HGB) handeln.

Anders als ein Steuerberater können zusätzliche Kenntnisse im Steuerrecht vorteilhaft sein, sie sind aber keine absolute Bedingung. Steuerberater und Buchhalter unterscheiden sich also im Hinblick auf diesen Aspekt ein wenig.

Alltägliche Aufgaben eines Buchhalters

Buchhalter können direkt in einem Unternehmen arbeiten oder in einer Steuerberatung entsprechende Kundentätigkeiten übernehmen. Die Aufgaben sind dabei prinzipiell sehr ähnlich und der wichtigste Unterschied ergibt sich aus dem Dienstleistungsverhältnis.

Je nach Größe des Unternehmens kann es gleich mehrere Bereiche geben:

  • Finanzbuchhaltung: Die meisten Geschäftsvorfälle spiegeln sich in den Finanzen eines Unternehmens wider, die anschließend in der Finanzbuchhaltung erfasst werden. Alle Ein- und Auszahlungen sind ordentlich zu dokumentieren.
  • Lohn- und Gehaltsbuchhaltung: Eine pünktliche und ordnungsgemäße Auszahlung macht mehr Arbeit, als die meisten Menschen annehmen. Die Lohnbuchhaltung kümmert sich um Steuern und soziale Abgaben eines jeden Mitarbeiters.
  • Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung: Jedes Unternehmen muss im regulären Geschäftsbetrieb Forderungen und Verbindlichkeiten verwalten. Genau diese Aufgabe übernimmt ein Buchhalter in diesem Bereich.
  • Bilanzbuchhaltung: Ab einem Jahresumsatz von 600.000 Euro greift in Deutschland eine Bilanzierungspflicht. Dann muss ein Unternehmen ordentliche Bilanzen führen, um am Ende einen korrekten Jahresabschluss gewährleisten zu können.
  • Anlagenbuchhaltung: Zuletzt erfassen Buchhalter die Werte und die Entwicklung aller Sachanlagen samt Abschreibungen. Die Daten dienen als Grundlage für Restwerte an bestimmten Stichtagen und für regelmäßige Inventuren.

Natürlich muss nicht jeder Buchhalter mit jedem dieser Bereiche oder Aufgaben in Kontakt kommen. Insbesondere große Organisationen setzen auf Spezialisierung und Arbeitsteilung.

Ausbildung zum Buchhalter

Ein weiterer Unterschied zwischen Buchhalter und Steuerberater liegt in der Ausbildung, denn es handelt sich nicht um einen formalen Ausbildungsberuf. Wer das passende Wissen und genug Erfahrung mitbringt, kann prinzipiell in einer Buchhaltung arbeiten. Der Arbeitgeber entscheidet also, ob ein Mitarbeiter für diese Arbeit geeignet ist oder nicht.

Viele Menschen ergreifen diesen Beruf nach dem Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung, es gibt aber durchaus einige Quereinsteiger. Ebenso gibt es Möglichkeiten, die notwendigen Kenntnisse über Schulungen und Kurse zu erhalten. Wer anschließend genug Berufserfahrung sammelt, kann sich durch die Industrie- und Handelskammer zertifizieren lassen.

Als sogenannter „geprüfter Buchhalter“ sind die Chancen auf eine Anstellung und mehr Verantwortung oftmals besser – Pflicht ist das natürlich aber nicht. Für größere Unternehmen oder Mandanten kann eine Spezialisierung in einem der Teilbereiche (siehe oben) ebenfalls sehr nützlich sein. An verschiedenen Optionen mangelt es in diesem Beruf demnach nicht.

Steuerberater: Aufgaben und Ausbildung im Überblick

Kaum ein Unternehmen kann heutzutage auf einen erfahrenen Steuerberater verzichten, weil die Gesetzeslage in Deutschland derart komplex ist. Viele davon lagern sogar die Buchhaltung und Steuerberatung komplett aus, weil es in kleinen Betrieben wenig sinnvoll ist, diese Expertise selbst aufzubauen.

Doch damit geht auch sehr viel Verantwortung einher und Anforderungen sind entsprechend hoch. Steuerberater haben sich nach allen Vorgaben des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) zu richten – Mandanten sind also auf der sicheren Seite.

Alltägliche Aufgaben eines Steuerberaters

Bei den Aufgaben im Alltag unterscheiden sich Steuerberater und Buchhalter ebenfalls stark voneinander. Erstere leisten deutlich mehr beratende Tätigkeiten und haben somit einen Einfluss auf die Entscheidungsvorgänge in einem Unternehmen.

Zu den typischen Aufgabenbereichen gehören unter anderem:

  • Deklarationsberatung: Ein Steuerberater ist dazu berechtigt, Steuererklärungen, Jahresabschlüsse und Steuerbescheide im Namen seiner Mandanten zu erstellen und abzugeben sowie Beratung zu Steueraspekten zu führen.
  • Gestaltungsberatung: Viele Unternehmen leiden unter der hohen Steuerlast. Doch es gibt Wege, die Steuerquote mithilfe der Anwendung der richtigen Gesetze zu minimieren – genau darum geht es bei der vorausschauenden Gestaltungsberatung.
  • Durchsetzungsberatung: Aber ein Steuerberater leistet nicht nur effiziente Arbeit im Hintergrund, sondern darf Mandanten auch vor Finanzgerichten und Ämtern vertreten, falls es hierfür einen Bedarf geben sollte.
  • Hilfeleistungen: Hinzu kommen zahlreiche Aufgaben zur Erfüllung von Rechnungslegungspflichten sowie bei steuerlichen Angelegenheiten, die nicht selten das Steuerstrafrecht oder Steuerordnungswidrigkeiten umfassen.
  • Finanzberatung: Durch den Einblick in alle Geschäftsvorfälle und die Buchhaltung von Mandanten leisten viele Steuerberater wertvolle Finanzberatung: ob beim Controlling, bei der Liquiditätsplanung oder bei Investitionen.

Steuerberatung und Buchhaltung sind im Rahmen dieser Tätigkeiten oftmals gar nicht trennbar. Denn viel Beratung basiert auf den Erkenntnissen einer ordentlichen Buchhaltung.

Ausbildung zum Steuerberater

Ein wichtiger Unterschied zwischen Buchhalter und Steuerberater liegt in der Ausbildung. Während ersterer keinen bestimmten Werdegang erfordert, muss der zweite eine lange formale Ausbildung durchlaufen. Es gibt jedoch mehrere Optionen, wie man am Ende zur Steuerberaterprüfung zugelassen wird – das ist eine notwendige Voraussetzung.

Viele angehende Steuerberater entscheiden sich für ein Wirtschafts- oder Rechtsstudium, ehe anschließend mindestens 2 Jahre relevante Berufserfahrung notwendig sind (3 Jahre bei Bachelor-Abschluss). Ebenso kann eine Qualifikation über eine kaufmännische Ausbildung (z. B. Steuerfachangestellter) sowie 10 Jahre relevante Berufserfahrung erfolgen.

Wer zwischenzeitlich eine Weiterbildung zum Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter absolviert, kann die Anforderung an die Berufserfahrung auf 7 Jahre senken. Zudem gibt es sogar den Weg als Beamter des gehobenen Dienstes in der Finanzverwaltung. Ob Studium, Ausbildung oder Verwaltungsweg, zum Schluss muss jeder die Steuerberaterprüfung bestehen.

Gemeinsamkeiten zwischen Buchhalter und Steuerberater

Trotz zahlreicher Unterschiede zwischen Buchhaltung und Steuerberatung gibt es auch viele Gemeinsamkeiten. Denn beide Berufsbilder gehen beispielsweise in einer Steuerkanzlei Hand in Hand, um Mandanten den bestmöglichen Service bieten zu können. Sie müssen sich mit den Grundlagen einer effizienten Buchhaltung beschäftigen, wenn auch mit anderem Zweck.

Zudem sind beide Berufe eng mit dem Gesetz verknüpft, um Handels- und Steuerrecht ordnungsgemäß umsetzen zu können. Buchhalter und Steuerberater leisten in einer Kanzlei oft beide einen entscheidenden Beitrag zur Vorbereitung und Erstellung einer Steuererklärung oder eines Jahresabschlusses – die Verantwortung liegt aber am Ende beim Steuerberater.

Sind die Begriffe Steuerberater und Buchhalter rechtlich geschützt?

Niemand darf sich in Deutschland einfach so Steuerberater nennen, denn es gibt klare gesetzliche Vorgaben. Nur wer die anspruchsvolle Steuerberaterprüfung besteht und daraufhin von der zuständigen Steuerberaterkammer bestellt wird, darf anschließend offiziell den Titel des Steuerberaters tragen – sonst drohen empfindliche Strafen.

Anders sieht es beim Buchhalter aus, denn es handelt sich um keine geschützte Berufsbezeichnung. Es steht also jedem Unternehmen und Menschen frei, diesen Titel zu nutzen. Aber Vorsicht: ein „Bilanzbuchhalter“ ist hingegen wiederum geschützt – es handelt sich nämlich um einen Beruf, der eine IHK-Prüfung erfordert.

Vom Buchhalter zum Steuerberater: So geht’s

Die Arbeit als Buchhalter bildet eine hervorragende Grundlage zur persönlichen Weiterentwicklung innerhalb einer Steuerberatung. So ist es mit genug relevanter Berufserfahrung problemlos möglich, anschließend den Weg als Steuerberater einzuschlagen. Wie im Text weiter oben vorgestellt, genügend bereits eine kaufmännische Ausbildung.

Wer also beispielsweise eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten (oder Kaufmann) absolviert hat und dann 10 Jahre lang in einer Steuerberatung als Buchhalter arbeitet, kann die notwendigen Voraussetzungen für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung erfüllen. Mit einer Weiterbildung zum IHK-geprüften Bilanzbuchhalter sind sogar nur noch 7 Jahre notwendig.

Damit bietet der Beruf des Buchhalters generell sehr attraktive Zukunftsperspektiven. Dank zunehmender Erfahrung und Weiterbildung steigen auch die Verantwortlichkeiten innerhalb der Firma. Enthusiasmus für Gesetze, hohe Professionalität und selbstständiges Arbeiten sind dann weitere wichtige Merkmale, die eine Karriere als erfolgreicher Steuerberater erlauben.

Buchhalter und Steuerberater:
Viele Gemeinsamkeiten, aber feine Unterschiede

Es gibt zahlreiche attraktive Berufsbilder innerhalb einer Steuerkanzlei, die mit spannenden Aufgaben und exzellenten Perspektiven locken. Hierzu gehören unter anderem Buchhalter und Steuerberater, die sich zur effizienten Betreuung von Mandanten wichtige Arbeitsbereiche sinnvoll aufteilen. Das erlaubt einen noch besseren Service.

Im Laufe der eigenen Karriere ist es sogar problemlos möglich, den Umstieg vom Buchhalter zum Steuerberater zu schaffen. Wer jahrelang in einer Steuerberatung gearbeitet hat, bringt grundsätzlich die besten Voraussetzungen dafür mit.

Haben Sie noch weitere Fragen zu den beiden Berufen? Dann nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen Sie sich von uns zu Ihren Möglichkeiten beraten.

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