Dirk Fredehorst

Häufig gestellte Fragen
an Steuerberater

Die Arbeit in einer Steuerberatung erfordert ein breit gefächertes Wissen in vielen relevanten Bereichen. Schließlich ist das deutsche Steuerrecht unglaublich komplex und häufig von Änderungen betroffen. Deswegen setzen sich Steuerberater im Alltag mit interessanten Fragen ihrer Mandanten auseinander, um die bestmögliche Beratung gewährleisten zu können. Das fängt bei der Steuererklärung an und geht hin zur anspruchsvollen Unternehmensberatung.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen praktische Fragen und Antworten aus dem Berufsalltag eines Steuerberaters vorstellen. Das kann sowohl potenziellen Mandanten als auch angehenden Steuerberatern einen guten Überblick geben.

Menschen melden sich in einem Seminar, weil Sie Fragen zum Thema Steuerberatung haben

Das sind die typischen Themen eines Steuerberaters

Viele Fragen an einen Steuerberater beschäftigen sich auf den ersten Blick mit dem gleichen Inhalt, aber die Antwort darauf muss immer individuell erfolgen. Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Mandanten gibt es nämlich kaum.

Das sind typische Fragestellungen im Alltag einer Steuerkanzlei:

  • Generelle Steuerpflicht je nach Berufsstand
  • Fragen zur Erstellung einer Steuererklärung
  • Anrechnung von Werbungskosten aus dem Beruf
  • Pauschalen und Freibeträge bei der Besteuerung
  • Abgrenzung zwischen Betriebs- und Privatvermögen

Zwar erlaubt es die rasante Digitalisierung mittlerweile sogar, Steuerberater online zu bestimmten Themen befragen. Falls Sie als Mandant jedoch eine individuelle Betrachtung Ihrer Situation benötigen, führt praktisch kein Weg an einer klassischen Steuerkanzlei vorbei.

Das sind häufig gestellten Fragen an Steuerberater

Wer sollte die Dienste einer Steuerberatung in Anspruch nehmen?

Wie zu Beginn bereits kurz erwähnt, ist das deutsche Steuerrecht sehr kompliziert und überfordert somit die meisten Menschen. Steuererklärungen, Jahresabschlüsse und Gehalts- oder Lohnabrechnungen benötigen eine hohe Expertise, um die sonst hohe Steuerlast zu minimieren. Deswegen kann es sogar für Privatpersonen sinnvoll sein, aber vor allem für Selbstständige und Unternehmen sind Steuerberatungen unersetzbar.

Muss jeder berufstätige Mensch eine Steuererklärung abgeben?

Zu den weiteren typischen Steuerberater-Fragen gehört, wer eigentlich eine Steuererklärung abgeben muss. Arbeitnehmer sind zunächst nicht dazu verpflichtet, weil der Arbeitgeber bereits bei der Gehaltszahlung die Steuern abzieht. Es kann aber zahlreiche Faktoren geben, die einen dann noch zur Steuererklärung verpflichten. Deswegen gaben im Jahr 2023 fast 60 Millionen Menschen in Deutschland eine Steuererklärung ab.

Sobald Nebeneinkommen oder Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Krankengeld oder Mutterschaftsgeld hinzukommen, ist eine Steuererklärung verpflichtend. Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Reihe von Ausnahmen und Richtlinien, die sogar Rentner, Anleger und Beamte erfassen können. So waren beispielsweise im Jahr 2023 fast 6 Millionen Rentner steuerpflichtig. Lassen Sie sich im Zweifel also unbedingt dazu beraten.

Bis wann ist eine Steuererklärung für 2023 abzugeben?

Wenn Sie eine Steuererklärung für das Jahr 2023 selbst abgeben möchten, dann fällt die Abgabefrist auf den 31. August. Da es sich aber um ein Wochenende handelt, ist das letzte Datum für die Abgabe am darauffolgenden Werktag, dem 2. September 2024. Bei der Erstellung durch einen Steuerberater verlängert sich die Frist bis zum 2. Juni 2025. Sie haben über diesen Weg also deutlich mehr Zeit, alle Unterlagen vorzubereiten.

Kann man eine Steuererklärung rückwirkend einreichen?

Wer nicht dazu verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, kann diese dennoch rückwirkend auch Jahre später einreichen. Generell gilt ein Zeitrahmen von 4 Jahren, im Ausnahmefall sogar bis zu 7 Jahre (falls im betroffenen Jahr der Verlust höher als das Einkommen war). Bei hohen Werbungskosten oder schwankenden Einnahmen kann sich das lohnen und es erfolgt eine Erstattung – Fragen Sie dazu am besten einen Steuerberater.

Wie hoch ist der Grundfreibetrag?

Mit einem Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags müssen Sie keine Einkommensteuer zahlen. Dieser Betrag wird jedes Jahr angehoben, um die Gehaltsentwicklung und Inflation zu berücksichtigen. Im Jahr 2023 betrug er bei Singles 10.908 Euro, im Jahr 2024 beläuft sich der Betrag hingegen auf 11.604 Euro. Bei Paaren verdoppeln sich die Werte. Steuern sind nur auf das Einkommen zu zahlen, das den Freibetrag übersteigt.

Welche Rolle spielt der Arbeitnehmer-Pauschbetrag?

Für viele Menschen ist zudem der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bzw. die Werbungskostenpauschale bedeutungsvoll. Diesen Betrag zieht das Finanzamt automatisch vom zu versteuernden Einkommen ab, sodass die Steuerlast sinkt. Ab dem Jahr 2024 beläuft sich die Pauschale auf 1.230 Euro. Wenn Sie jedoch höhere Werbungskosten haben, sollten Sie alle Quittungen zu Ihren beruflichen Ausgaben sammeln, um Ihre Steuerlast zu reduzieren.

Was gilt eigentlich als Werbungskosten?

Eine der weiteren typischen Steuerberater-Fragen ist natürlich die Definition, was überhaupt zu Werbungskosten gehört. Arbeitnehmer können nämlich viele Kosten geltend machen: Fahrten zur Arbeit, Kosten bei Dienstreisen (sofern nicht vom Arbeitgeber gezahlt), Berufsbekleidung, Weiterbildungen und Fachzeitschriften und sogar Arbeitszimmer sowie Zweitwohnungen können dazu gehören, sofern sie für den Beruf notwendig sind.

Gibt es steuerliche Vergünstigungen beim Thema Homeoffice?

Aufgrund von Pandemie und Lockdowns mussten viele Menschen ihren Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände verlagern. Der Staat hat darauf mit einer befristeten Homeoffice-Pauschale reagiert, die aber zumindest im Jahr 2024 weiterhin genutzt werden kann. Dafür ist kein separates Arbeitszimmer erforderlich und Sie können bis zu 210 Tage mit jeweils 6 Euro anrechnen – doch auch hier gilt zunächst die Werbungskostenpauschale (siehe oben).

Von welchen anderen Freibeträgen kann man profitieren?

Zu den weiteren gängigen Steuervergünstigungen gehören der Sparerfreibetrag und die Umzugskostenpauschale. Ersterer wurde im Jahr 2023 von 801 auf 1.000 Euro angehoben und gewährleistet steuerfreies Einkommen aus Kapital- und Zinserträgen bis zur festgesetzten Höhe. Zieht man berufsbedingt um, beispielsweise um den Arbeitsweg deutlich zu reduzieren, können ebenfalls bis zu 886 Euro geltend gemacht werden.

Wie erfolgt die Abgrenzung zwischen Privat- und Betriebsvermögen?

Als Inhaber eines Betriebs kann die Trennung zwischen Privat- und Betriebsvermögen einen signifikanten Einfluss auf die Besteuerung haben. Betriebsausgaben lassen sich schließlich steuerlich geltend machen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist der Dienstwagen: Es gilt das Überwiegensprinzip. Nutzen Sie den Wagen mehr als 50 % Ihrer Zeit beruflich, ist es zwingend Betriebsvermögen. Fragen Sie zur genauen Abrechnung am besten Ihren Steuerberater.

Welche weiteren Kosten sind abzugsfähig?

Abgesehen von Werbungs- und Umzugskosten gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Kosten, die prinzipiell abzugsfähig sind. Handwerkerkosten, Haushaltshilfen, private Schulen und Altersversorgung sowie Spenden und Rechtsschutzversicherungen, um nur einige Beispiele zu nennen. Es gilt bei Privatpersonen meistens eine anteilige Anrechnung bis zu einem bestimmten Maximalbetrag und nicht die volle Summe.

Bei welchen Themen helfen Steuerberater Unternehmen?

Steuererklärungen sind für Privatpersonen und Selbstständige ein wichtiges Thema, doch Unternehmen haben oftmals ganz andere Steuerberater-Fragen. Jahresabschlüsse, Buchführung und die Lohn- und Gehaltsabrechnung sind typische Einsatzbereiche. Ebenso können Steuerberater bei der Unternehmensnachfolge oder der Existenzgründung beratend zur Seite stehen – eine gute Steuerkanzlei hilft sogar bei strategischen Entscheidungen.

Wie kann man Mitarbeitern mehr Netto vom Brutto bieten?

Wenn Sie als Arbeitgeber einem Steuerberater die Frage stellen, welche Möglichkeiten es zur Optimierung gibt, erhalten Sie meistens gleich eine Reihe von attraktiven Vorschlägen. Essenzuschuss, Erholungsbeihilfe, Gutscheine, Mobilitätsbudget und Zuschuss zu den Internetkosten können bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei gewährt werden. Auch die Inflationsausgleichsprämie ist noch bis Ende 2024 komplett steuerfrei.

Was kostet eine professionelle Steuerberatung?

Für Privatpersonen sind transparente Kosten ein wichtiger Aspekt, ob ein Steuerberater überhaupt infrage kommt oder nicht. Maßgeblich ist hierbei vor allem die umfangreiche, aber komplexe Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). So sind bei einem Einkommen von 40.000 Euro unter Zunahme der Mittelgebühr Kosten von 371,35 Euro zu erwarten. Im Gegenzug kann der Steuerberater gegebenenfalls eine attraktive Erstattung geltend machen.

Gilt für Steuerberater eine Verschwiegenheitspflicht?

Steuerberater und alle involvierten Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit verpflichtet, um die Interessen ihrer Mandanten bestmöglich zu wahren. Schließlich erhalten Kanzleien und Mitarbeiter Einblick in vertrauliche Unterlagen, was mit der entsprechenden Verantwortung einhergeht. Selbst wenn Sie als Mandant die Geschäftsbeziehung mit Ihrem Steuerberater beenden, gilt die gesetzliche Verschwiegenheitspflicht unbefristet weiter.

Was passiert, wenn ein Steuerberater einen Fehler gemacht hat?

Damit Steuerberater alle Fragen beantworten können, ist eine langjährige Ausbildung unabdingbar. Fehler können dennoch immer wieder mal passieren und dieser Berufsstand ist keine Ausnahme. Mandanten in Deutschland sind jedoch gut geschützt, da jeder Berater bzw. jede Kanzlei eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen muss. Damit ist eine Schadenssumme von mindestens 250.000 Euro pro Fall gedeckt (max. 1 Million pro Jahr).

Wie gelingt der Einstieg in eine Steuerberatung am besten?

Aber Steuerberater beschäftigen sich nicht nur mit interessanten Fragen, sondern profitieren auch von einem attraktiven Arbeitsumfeld und hervorragenden Zukunftsperspektiven. Wer selbst in einer Steuerkanzlei arbeiten möchte, kann entweder ein relevantes Studium abschließen oder als Steuerfachangestellter einsteigen. Praktische Berufserfahrung ist in beiden Fällen unverzichtbar und die zwingende Voraussetzung für eine spätere Prüfung.

Weitere Fragen an erfahrene Steuerberater?
Wir beantworten sie gerne!

Ob Privatpersonen oder Unternehmen – Steuerberater müssen im Alltag mit allen Fragen und Rahmenbedingungen zurechtkommen. Individuelle Faktoren wie Einkommensart, Freibeträge und Pauschalen erfordern eine ebenso individuelle Betrachtung. Bei Betrieben kommen noch weitere spannende Bereiche wie Jahresabschlüsse und Lohn- und Gehaltsabrechnungen dazu.

Deswegen hört man oft die Empfehlung: "Im Zweifel, frag einen Steuerberater". Und genau dann kann eine professionelle Beratung den entscheidenden Unterschied machen. Haben Sie noch weitere Fragen an einen Steuerberater? Dann nehmen Sie einfach Kontakt auf.

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